Derbytime bei den Römern in Carnuntum

Und dieses Derby stand unter einem ganz besonderen Stern: Es war das erste Pflichtspiel unter Neo‑Coach Mario Kopsa – ausgerechnet auswärts bei einem seiner Ex‑Vereine. Dazu kam die Brisanz, die dieses Duell ohnehin immer hat: Petronell mit altbekannten Gesichtern, Rohrau‑Gerhaus mit dem klaren Auftrag, nach einer schwierigen Phase endlich wieder ein anderes Gesicht zu zeigen.

Ein Derby, das zuerst im Kopf stattfindet

Die erste Halbzeit war – typisch Derby – taktisch geprägt. Chancen gab es auf beiden Seiten, aber nichts wirklich Zwingendes. Es war ein Spiel, das zu Beginn langsam wirkte, aber nicht im negativen Sinn: Man hat gemerkt, dass bei beiden Mannschaften das Thema „Fehler vermeiden“ ganz groß im Kopf war. Niemand wollte derjenige sein, der mit einer unüberlegten Aktion das Derby kippt. Viel Kompaktheit, viel Absicherung, wenig Risiko – und so ging es mit einem 0:0 in die Pause.
In der Kabine war die Marschroute für den SC Rohrau‑Gerhaus klar: kompakt bleiben, Petronell so wenig Räume wie möglich geben und geduldig auf die Momente warten, in denen man selbst gefährlich werden kann.

Unachtsamkeit nach der Pause – Petronell schlägt zu

Doch direkt nach Wiederbeginn kam genau das, was man in einem Derby unbedingt vermeiden will: eine kurze Unachtsamkeit im Mittelfeld, zu wenig Aggressivität im Druck, Petronell kommt aus dem Halbraum zur Flanke – und Matus köpft zum 1:0 ein. Bitter: Manuel Rosner wirkte dabei unglücklich, rutschte auf den schwierigen Bodenverhältnissen weg und kam nicht mehr entscheidend an den Ball.
Nur wenig später folgte der nächste Nackenschlag: Wieder Matus, wieder Petronell – 2:0. Ein Spiel, das bis dahin auf Messers Schneide stand, drohte innerhalb weniger Minuten wegzurutschen.

Der Weckruf: Rohrau‑Gerhaus lebt – und wie!

Und genau hier passierte etwas, das man in dieser Saison so in dieser Form noch zu selten gesehen hat: Rohrau‑Gerhaus blieb stehen – aber nicht stehen im Kopf, sondern stand auf.

Das 2:0 war der Weckruf. Die Kette wurde höher geschoben, man wurde mutiger, aggressiver, präsenter. Petronell sollte nicht mehr ungestört aufbauen, nicht mehr in Ruhe in Abschlusspositionen kommen. Und plötzlich war da dieses Derby‑Feuer, das man spüren will.
Dann die Szene, die das Spiel noch einmal richtig angezündet hat: Der Schiedsrichter entschied auf Elfmeter für Rohrau‑Gerhaus – eine Situation, die man durchaus als glücklich bezeichnen kann und die in ihrer Entstehung etwas kurios wirkte. Aber im Derby gilt: Du musst da sein, wenn du die Chance bekommst. Patrik Brieska blieb eiskalt und verwandelte zum 2:1.

Die beste Phase der Saison – auch wenn’s nicht mehr zum Ausgleich reicht

Mit dem Anschlusstreffer kippte die Dynamik. Auf einmal war Rohrau‑Gerhaus die Mannschaft, die das Spiel nach vorne trieb: Druck, Pressing, Ballgewinne, zweite Bälle – Petronell wurde tief reingedrückt. Man kann es ruhig so sagen: So ein Rohrau‑Gerhaus hat man in dieser Saison noch nicht gesehen. Die Intensität war da. Der Wille war da. Das Band war da.
Auch von außen und aus der Mannschaft kam das klare Signal: „Hop oder Drop“ – alles nach vorne, Risiko, Kette öffnen, auf das 2:2 gehen. Der Ausgleich lag in der Luft, auch wenn die ganz klaren Abschlüsse am Ende gefehlt haben.

Entscheidung in Minute 88: Ex‑Gelse Sowa macht den Deckel drauf

Und dann kam die 88. Minute – und mit ihr die Derby‑Härte, die manchmal brutal ist: Mario Sowa, ehemaliger Rohrau‑Gerhaus‑Spieler, trifft für Petronell zum 3:1. Das war die Entscheidung und gleichzeitig ein besonders bitterer Moment, weil es ausgerechnet ein altbekanntes Gesicht war, das den Deckel draufmachte.

Fazit: Niederlage, aber ein neues Gesicht

Ja, am Papier steht eine 3:1‑Niederlage. Aber dieses Spiel hatte auch eine Botschaft: Rohrau‑Gerhaus kann anders auftreten. Wenn es gelingt, die Fehlerquellen abzustellen, die Abläufe weiter zu schärfen und vor allem dieses neue Gefühl von „Wir sind eine Einheit“ mitzunehmen, dann kann aus dieser Leistung etwas wachsen.
Denn eines ist Fakt – gerade in dieser Liga: Brennen darf nur der Platz. Nicht die Zwischenmenschlichkeit. Nur wenn jeder für jeden da ist, wenn man als Gruppe zusammensteht, wird aus einer Mannschaft wieder ein Team, das Punkte holt.

Ausblick: Prestigeduell daheim gegen den Tabellenführer

Viel Zeit zum Durchatmen gibt es nicht: Am Samstag, 10.10.2026, wartet das nächste große Spiel. Der SC Rohrau‑Gerhaus empfängt zu Hause die SG Stixneusiedl/Sarasdorf – und damit auch den ehemaligen Coach Jürgen Schmitt, der mit seiner Mannschaft aktuell an der Tabellenspitze steht. Tabellenletzter gegen Tabellenführer. Rohrau gegen Sarasdorf. Prestige pur.

Ankick

Samstag, 10.10.2026, 15:30 Uhr in Rohrau.

Aktuelle Statistiken KM 2026/27

Tabelle | 2. Klasse Ost


VEREIN

R

S

U

N

T

PT.

1.

ASK Schwadorf

8

6

1

1

19:4

19

2.

SG Stixn./Sarasdorf

8

6

1

1

27:10

19

3.

SC Au/L.

8

6

0

2

25:10

18

4.

FK Hainburg

8

5

1

2

29:13

16

5.

SC Hof/L.

8

4

3

1

29:11

15

6.

SC Haslau

7

3

3

1

18:10

12

7.

SV Prellenkirchen

8

3

2

3

20:17

11

8.

ASV Petronell

7

1

2

4

9:14

5

9.

SC Edelstal

8

1

1

6

7:29

4

10.

SC Lanzendorf

9

1

0

8

9:47

3

11.

SC Rohrau-Gerhaus

7

0

0

7

7:34

0

12.

SC Margarethen/M.

0

0

0

0

0:0

0

 

Eigentore: 1 (Philipp Steiner/8)

Mannschaft

Geschossene Tore: 24 (17 Vorbereitung)
Bekommene Tore: 38 (11 Vorbereitung)

Scorerpunkte Spieler


Spieler

Min

Tore

Assists

G/A

1.

Johannes Windholz 14

792

6

2

8

2.

Bernhard Loidolt 6

736

2

3

5

3.

Patrik Brieska 7

809

4

1

5

4.

Patrik Mozola 11

91

2

0

2

5.

Elvedin Buljubasic 23

242

2

0

2

6.

Lukas Charwat 22

429

2

0

2

7.

Daniel Demovic 13

665

2

0

2

8.

Daniel Toth 5

828

1

1

2

9.

Radomir Mida 10

450

1

1

2

10.

Philipp Steiner 8

900

0

2

2

11.

Michael Salmer 19

294

0

1

1

12.

Thomas Navratil 15

122

0

1

1

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