Harte Kost zum Sonntag

Es gibt Spiele, bei denen man lange nach Worten sucht. Nicht, weil man etwas verstecken will – sondern weil man aus so einem Abend trotzdem irgendetwas Konstruktives mitnehmen muss. Das Auswärtsspiel beim SC Hof/L. endete für den SC Rohrau‑Gerhaus mit einer 8:0‑Niederlage – und es war nach dem späten Nackenschlag gegen ASK Schwadorf in der Vorwoche die nächste harte Kost.

Und trotzdem: Die ersten 15 bis 20 Minuten fühlten sich anders an. Bis zum ersten Gegentor stand die Mannschaft wieder kompakt, hat als Einheit gearbeitet und man hatte kurz das Gefühl, dass man genau dort anknüpfen kann, wo man gegen Schwadorf defensiv so viel richtig gemacht hat.

Umstellungen und neue Startelf

Aufgrund von Ausfällen – verletzungsbedingt und auch berufsbedingt – stand diesmal eine veränderte Elf am Platz. Christoph Pauler übernahm im Tor, in der Innenverteidigung kam Vereinslegende Martin Breitwieser zum Einsatz. Elvedin Buljubasic stand nach seinem Comeback zuletzt erstmals von Beginn an am Feld. Und auch Lukas Charwat lief erstmals in dieser Saison in der Kampfmannschaft in der Startelf auf – wie schon bei seiner Einwechslung gegen Schwadorf auf der linken Außenverteidigerposition.

Der Knackpunkt: Fehlerkette statt Stabilität

Nach dem 1:0 kippte das Spiel leider komplett. Ballverluste, fehlende Ordnung ab dem Mittelfeld, falsche Abstände und zu wenig Konsequenz in den entscheidenden Momenten machten es Hof zu einfach. Die Reaktion kam schnell: Es wurde umgestellt, Bernhard Loidolt ging vom Feld, Michael Salmer kam ins Spiel. Doch an diesem Tag rutschte die Partie Schritt für Schritt weg – nicht, weil es am Willen fehlte, sondern weil zu viele Dinge gleichzeitig nicht gepasst haben.

Es gab zwischendurch einzelne Aktionen, in denen man versucht hat, sich spielerisch zu befreien – aber ohne Ertrag. Am Ende bleibt ein Ergebnis, das weh tut. Und ein Auftritt, der nicht dem entspricht, wofür der SC Rohrau‑Gerhaus stehen will.

Kabinenansprache: Philipp Steiner mit knallharter Klarheit

Nach dem Schlusspfiff war es in der Kabine nicht laut – sondern schwer. Und dann hat Kapitän Philipp Steiner das Wort ergriffen. Nicht als jemand, der sich rausnimmt. Sondern als jemand, der vorne steht, wenn’s brennt.

Steiner sprach sehr direkt, sehr emotional und ohne Ausreden. Er sagte sinngemäß, dass ihm dieses Auftreten im Herzen weh tut, weil es nicht sein kann, dass man das Trikot des SC Rohrau‑Gerhaus trägt und sich dann so präsentiert. Dass es nicht reicht, „eh zu wollen“, wenn man es am Platz nicht zeigt. Und dass jeder einzelne sich ehrlich fragen muss: „War das heute eine Leistung, die ich vertreten kann?“ Oder war es einfach ein Abend, an dem man sich – als Mannschaft und als Spieler – im Boden versenkt.

Er machte klar: So etwas darf nicht zur Gewohnheit werden. Nicht bei diesem Verein, nicht mit dieser Gemeinschaft, nicht vor diesen Leuten, die Woche für Woche Zeit, Energie und Herzblut investieren. Und er stellte auch klar: Wenn man etwas ändern will, dann beginnt das nicht beim Reden – sondern beim Handeln.

Steiner kündigte an, als Kapitän und Führungsspieler voranzugehen – aber auch, dass es ohne ehrliche Selbstkritik von jedem nicht funktionieren wird. Die Botschaft war hart, aber notwendig: So ein Auftritt wird es – fett unterstrichen – nicht mehr geben.

Daniel Toth: Wenn selbst Stammspieler kämpfen müssen

Besonders sichtbar war an diesem Abend auch, wie sehr es selbst die trifft, die den Verein seit Jahren tragen. Daniel Toth, Vereinsstammspieler, hatte zu kämpfen – nicht nur mit dem Spiel, sondern mit der ganzen Situation. Genau das zeigt, wie tief so ein Ergebnis sitzt: Es geht nicht um einen schlechten Tag allein, sondern um das Gefühl, dass man dem eigenen Anspruch, dem Verein und den Menschen rundherum gerade nicht gerecht wird.

Entschuldigung & Blick nach vorne

Die Mannschaft entschuldigt sich bei allen Fans, Unterstützern und bei der gesamten SC Rohrau‑Gerhaus‑Familie für diesen Auftritt. Es gibt nichts schönzureden – aber es gibt nur eine Richtung: nach vorne.

Das Spiel gegen Margareten wurde abgesagt, da sich der Verein aus disziplinären Gründen aufgelöst hat. Am 27. September findet in Rohrau der Radwandertag statt (eigener Beitrag auf der Website). Das nächste Meisterschaftsspiel steigt am 04. Oktober auswärts in Petronell – ein besonderes Duell auch wegen einiger ehemaliger Rohrau‑Gerhaus‑Schützlinge im Gegnerkader.

Jetzt geht es darum, als Gruppe zusammenzubleiben, Konsequenzen zu ziehen und zu zeigen, dass man aus so einem Abend nicht nur Frust mitnimmt – sondern Antworten.

Aktuelle Statistiken KM 2026/27

Tabelle | 2. Klasse Ost


VEREIN

R

S

U

N

T

PT.

1.

FK Hainburg

6

4

1

1

25:7

13

2.

ASK Schwadorf

6

4

1

1

9:4

13

3.

SG Stixn./Sarasdorf

6

4

1

1

19:7

13

4.

SC Au/L.

6

4

0

2

14:10

12

5.

SC Hof/L.

6

3

2

1

20:9

11

6.

SC Haslau

6

3

2

1

18:10

11

7.

SV Prellenkirchen

7

3

1

3

18:15

10

8.

ASV Petronell

5

1

1

3

8:11

4

9.

SC Edelstal

6

1

1

4

7:19

4

10.

SC Lanzendorf

7

1

0

6

9:36

3

11.

SC Rohrau-Gerhaus

5

0

0

5

5:24

0

12.

SC Margarethen/M.

0

0

0

0

0:0

0

 

Eigentore: 1 (Philipp Steiner/8)

Mannschaft

Geschossene Tore: 22 (17 Vorbereitung)
Bekommene Tore: 35 (11 Vorbereitung)

Scorerpunkte Spieler


Spieler

Min

Tore

Assists

G/A

1.

Johannes Windholz 14

612

6

2

8

2.

Bernhard Loidolt 6

566

2

3

5

3.

Patrik Brieska 7

717

4

1

5

4.

Elvedin Buljubasic 23

197

2

0

2

5.

Patrik Mozola 11

91

2

0

2

6.

Lukas Charwat 22

349

2

0

2

7.

Daniel Demovic 13

485

2

0

2

8.

Daniel Toth 5

693

1

1

2

9.

Radomir Mida 10

450

1

1

2

10.

Philipp Steiner 8

720

0

2

2

11.

Michael Salmer 19

294

0

1

1

12.

Thomas Navratil 15

112

0

1

1

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