Endlich belohnten sich die Kampfgelsen
Schwere Beine, schwerer Kopf, aber ein Plan
Die Ausgangslage war alles andere als gemütlich. 48 Stunden nach der Last-Minute-Niederlage steckte der Nackenschlag noch in den Knochen, und man merkte: Diese Saison hat Spuren hinterlassen. Genau deshalb wählte Coach Mario Kopser in der Kabine einen cleveren Zugang: Nicht „Haslau analysieren bis zum Umfallen“, sondern zuerst das Wochenende nochmal ausgraben. Fehler, Situationen, Momente, die man heute einfach nicht mehr hergeben will. Quasi: „Schaut’s her, das passiert uns kein zweites Mal.“ Und genau damit hat er den Löwen geweckt.
1. Halbzeit: kompakt, bissig, endlich wieder Rohrau-Gerhaus
Von Beginn weg war sichtbar: Heute kämpft jeder für jeden. Rohrau-Gerhaus stand kompakt, arbeitete geschlossen und fand gut ins Spiel. Vorne sorgte Fethi mit Tempo und den ersten Aktionen sofort für Gefahr. Auch Johannes Windholz hatte immer wieder Szenen, in denen man merkte: Da ist Zug drin.
Eine der auffälligsten Aktionen lieferte ausgerechnet der Routinier in der Innenverteidigung: Philipp Steiner tankte sich einmal richtig durch, dribbelte sich an mehreren Gegenspielern vorbei, legte quer und wartete auf die Hereingabe. Statt Flanke entschied sich Halil Sert allerdings für den Abschluss. Nicht ideal, aber genau diese Momente zeigten: Rohrau-Gerhaus war da, mutig, aktiv.
Haslau kam in dieser Phase aber ebenfalls auf. Ein Lattenschuss ließ kurz alle schlucken, und auch Manuel Rosner musste ein paar Mal hellwach sein. Kurz vor der Pause wurde es nochmal richtig brenzlig, als ein Haslauer Stürmer aus kurzer Distanz abschließen wollte. Lukas Charwat sprang im letzten Moment dazwischen und blockte den Schuss weg. Ergebnis zur Pause: 0:0, aber mit dem Gefühl: Da ist heute was drinnen.
2. Halbzeit: Rohrau bleibt dran und belohnt sich endlich
Nach Wiederanpfiff knüpfte Rohrau-Gerhaus sofort an. Die Zweikämpfe wurden aggressiv geführt, mit Willen, mit Körpersprache. Haslau kam anfangs kaum ins Rollen. Und dann kam die Szene, die man sich am Nationalfeiertag eigentlich als Highlight-Clip wünscht.
Daniel Demovic witterte im Mittelfeld die Chance, kombinierte sich im Alleingang durch, ließ 1, 2, 3 Gegenspieler aussteigen, versetzte sogar noch den Torhüter und schob ins lange Eck ein: 1:0 für Rohrau-Gerhaus. Da heute in London der 70ste Ballon d’Or vergeben wird, dann hat Demovic zumindest die Nominierung eingereicht.
Reaktion nach der Führung: diesmal klar bleiben, aber der Ausgleich fällt trotzdem
Wie schon gegen Edelstal war Rohrau-Gerhaus wieder in Führung. Der Unterschied: Diesmal war der Kopf deutlich klarer, man versuchte die Führung zu verwalten und weiter sauber zu spielen. Trotzdem reicht im Fußball oft eine kurze Unachtsamkeit. Nach einem Gestocher rutschte der Ball durch die Schnittstelle, und aus spitzem Winkel knallte Haslaus Stürmer das Ding wuchtig unter die Latte. Schwer zu verteidigen, schwer zu halten. 1:1.
Knackpunkt: Gelb-Rot-Gefahr und Kopsers genialer Schachzug
Dann wurde es heikel, weil Halil Sert nach seiner Gelben aus Halbzeit eins in der zweiten Hälfte mehrfach an Gelb-Rot rüttelte. Der Referee zeigte bis dahin eine klare Linie. Streng aber gut. Und genau da kam der richtig gute Move von Mario Kopser: Elvedin Buljubasic rein, und zwar zum perfekten Zeitpunkt.
Und Elvedin machte genau das, was man in so einem Spiel braucht: mehr Witz, mehr Kreativität, mehr Ruhe am Ball. Elvo Sachen halt. Plötzlich hatte Rohrau-Gerhaus wieder Akzente auf den Flügeln, im Sturm, und vor allem bekam Johannes Windholz rechts/links mehrere Möglichkeiten, das Spiel auf 1:2 zu stellen.
2:1: Einwurf, Halbraum, Querpass, zack
Die entscheidende Szene dann über links: Ein Einwurf von Lukas Charwat, Elvedin Buljubasic steht perfekt im Halbraum, nimmt den Ball sauber mit, dribbelt einen Verteidiger aus und sieht Patrick Varga in der Mitte. Querpass wie aus dem Lehrbuch, Abschluss im Fallen, 2:1 für Rohrau-Gerhaus. Genau so schaut „wir wollen das heute“ und Teamspirit aus.
Schlussphase: Messers Schneide, Chancen, und dann der 45-Meter-Deckel
Rohrau-Gerhaus hatte danach sogar die Chance, den Sack früher zuzumachen. Elvedin Buljubasic probierte es mit einem Lupfer über den Keeper, der ging knapp daneben. Dann ein starker Angriff über Windholz, der einen Verteidiger mit einem Haken aussteigen lässt und die Flanke auf die andere Seite zieht. Philipp Steiner nimmt ihn volley, aber auch der Ball geht knapp über die Latte.
Und weil wir alle wissen: 2:1 ist bei uns traditionell ein Ergebnis zum Nägelkauen, war die Erleichterung umso größer, dass diesmal nicht „noch was passiert“ – sondern wir selbst den Deckel draufmachen. Fethi erkämpft sich im Mittelfeld den Ball, geht über die Linie, sieht den Torhüter weit draußen und schiebt aus gut 45 Metern zum 3:1 ein. Frech, eiskalt, wunderschön.
Endlich angeschrieben, endlich belohnt
Das war ein Gefühl, das man in Rohrau-Gerhaus schon länger vermisst hat: Dreier. Punkte. Belohnung. Man geht nicht mit null Punkten in die Winterpause, sondern hat sich endlich für Einsatz, Wille und Zusammenhalt bezahlt gemacht. Leistungen wie aus den Spielen gegen Schwadorf, Petronell, Stixneusiedel und Edelstal wurden endlich belohnt. Durchatmen ist erlaubt. Und ja: Diese Mannschaft kann’s. Heute hat sie’s gezeigt.
Fazit
Rohrau-Gerhaus hat heute vor allem eines gezeigt: Charakter. Nach dem späten Nackenschlag vom Wochenende so aufzutreten, so kompakt zu sein, so zu fighten und sich spielerisch phasenweise wirklich gut durchzukombinieren, ist ein Schritt in die richtige Richtung. Der Punkt ist wichtig, die Leistung war’s auch. Und wenn man diese Energie mitnimmt, dann kommt die Belohnung auch wieder öfter.
Ausblick: Letztes Heimspiel 2026 (So, 01.11.) gegen Hainburg
Nächste Woche wartet daheim noch ein richtiger Kracher: Sonntag, 01.11. das letzte Spiel des Jahres, zuhause gegen Hainburg. Einfach wird’s nicht, aber nach heute darf man ruhig sagen: Vielleicht geht da wieder was.
- Reserve: 12:00 Uhr
- Kampfmannschaft: 14:00 Uhr
Also: noch einmal alle in Rot, laut sein, zusammenhalten. Wir sind gespannt und drücken die Daumen.
Aktuelle Statistiken KM 2026/27
Tabelle | 2. Klasse Ost
VEREIN | R | S | U | N | T | PT. | |
1. | ASK Schwadorf | 10 | 8 | 1 | 1 | 25:5 | 25 |
2. | SG Stixn./Sarasdorf | 9 | 7 | 1 | 1 | 31:12 | 22 |
3. | FK Hainburg | 9 | 6 | 1 | 2 | 32:14 | 19 |
4. | SC Au/L. | 9 | 6 | 0 | 3 | 26:13 | 18 |
5. | SC Hof/L. | 9 | 4 | 3 | 2 | 29:13 | 15 |
6. | SV Prellenkirchen | 9 | 4 | 2 | 3 | 23:18 | 14 |
7. | SC Haslau | 9 | 3 | 3 | 3 | 21:17 | 12 |
8. | SC Edelstal | 9 | 2 | 1 | 6 | 9:30 | 7 |
9. | ASV Petronell | 9 | 1 | 2 | 6 | 11:21 | 5 |
10. | SC Lanzendorf | 9 | 1 | 0 | 8 | 9:47 | 3 |
11. | SC Rohrau-Gerhaus | 9 | 1 | 0 | 8 | 11:37 | 3 |
12. | SC Margarethen/M. | 0 | 0 | 0 | 0 | 0:0 | 0 |
Eigentore: 1 (Philipp Steiner/8)
Mannschaft
Geschossene Tore: 28 (17 Vorbereitung)
Bekommene Tore: 41 (11 Vorbereitung)
Scorerpunkte Spieler
Spieler | Min | Tore | Assists | G/A | |
1. | Johannes Windholz 14 | 972 | 6 | 2 | 8 |
2. | Bernhard Loidolt 6 | 911 | 2 | 3 | 5 |
3. | Patrik Brieska 7 | 809 | 4 | 1 | 5 |
4. | Daniel Demovic 13 | 845 | 3 | 0 | 3 |
5. | Elvedin Buljubasic 23 | 269 | 2 | 1 | 3 |
6. | Patrik Mozola 11 | 91 | 2 | 0 | 2 |
7. | Lukas Charwat 22 | 609 | 2 | 0 | 2 |
8. | Daniel Toth 5 | 828 | 1 | 1 | 2 |
9. | Radomir Mida 10 | 450 | 1 | 1 | 2 |
10. | Philipp Steiner 8 | 1080 | 0 | 2 | 2 |
11. | Patrick Varga 27 | 287 | 1 | 0 | 1 |
12. | Fethi Can Asiltürk 27 | 415 | 1 | 0 | 1 |
13. | Halil Sert 17 | 635 | 1 | 0 | 1 |
14. | Michael Salmer 19 | 294 | 0 | 1 | 1 |
15. | Thomas Navratil 15 | 122 | 0 | 1 | 1 |









