Ausgangslage: „Neue Optik“ war Pflicht
Nach dem ernüchternden Spiel der Vorwoche war bei SC Rohrau-Gerhaus klar: Heute zählt nur eins – Reaktion zeigen. Nicht mit großen Sprüchen, sondern mit dem Auftreten, das wir aus den Spielen gegen Schwadorf, Petronell und Stixneusiedl kennen: kompakt, giftig, als Einheit, jeder für jeden. Und ja: Genau so ist die Partie auch gestartet.
1. Halbzeit: Rohrau als Einheit, Edelstall unter Kontrolle
Von Beginn weg war spürbar: Da steht eine Mannschaft am Platz. Rohrau-Gerhaus war wach, zweikampfstark, gut organisiert und hat das Spiel in immer mehr Phasen an sich gerissen. Der Ball wurde nach vorne getragen, man wollte Aktionen setzen, man wollte zeigen: „Heute gehören die Punkte uns!“
Offensiv war’s in vielen Momenten noch nicht der große Orkan – eher ein „Lüftchen“ – aber das Entscheidende war: Die Stabilität war da. Hinten ließ Rohrau-Gerhaus nichts anbrennen, die Abstände passten, und die Edelstaler Offensivspieler, die man vorab in der Kabine besonders am Radar hatte, waren gut im Griff. Kein Platz, keine Zeit, keine einfachen Lösungen. Halbzeit eins war insgesamt ein sehr gutes, sehr diszipliniertes Auftreten der gesamten Mannschaft.
2. Halbzeit: Edelstall stellt um, Rohrau muss mehr leiden
Nach der Pause wurde es zäher. Edelstall stellte um und nutzte die Räume zwischen Mittelfeld/Flügel und Verteidigung besser aus. Vor allem mit hohen Bällen hinter die Kette kamen sie öfter in gefährliche Zonen.
In dieser Phase war’s wichtig, dass einer richtig auf „Abrissbirne“ geschaltet hat: Sebastian Baumgartner erwischte einen starken Tag, warf sich in alles rein und klärte mehrere Situationen, die sonst schnell richtig unangenehm werden. So blieb’s beim 0:0, obwohl Edelstall jetzt mehr Druckphasen hatte.
Führung: Halil Sert mit dem Dosenöffner
Dann endlich der Moment, der uns den Rückenwind geben sollte: Halil Sert trifft sehenswert zur 1:0 Führung für SC Rohrau-Gerhaus. Und auf einmal war es da: dieses Gefühl, das man heuer viel zu selten hatte – wir führen, wir sind vorne, wir haben was in der Hand.
Knackpunkt: Nach dem 1:0 kurz ungewohnt, dann der Ausgleich
Nur leider: Nach der Führung wurde das Bild kurz unstimmig. Man kann’s nennen wie man will – ungewohnt, nervös, vielleicht auch ein bisschen „zu vorsichtig“. Für ein paar Minuten gab’s keinen Zugriff, Fehler häuften sich, und Edelstal kam zurück. In dieser Phase fiel dann auch der Ausgleich.
Schlussphase: Gelb-Rot, Freistoß, und dann der Nackenschlag in Minute 90
Danach war’s ein Spiel auf Messerschneide. Rohrau-Gerhaus hatte mehr Offensivaktionen, versuchte sich nach vorne zu kombinieren, blieb aber oft kurz vorm Sechzehner hängen. Und wenn man vorne hängen bleibt, kommt halt hinten der nächste Gegenangriff angerollt – das wurde zwar meist gut wegverteidigt, aber es blieb ständig gefährlich.
Kurz vor Schluss dann die Szene, die eigentlich das Momentum bringen sollte: Ein Edelstaler sieht nach einem Foul Gelb-Rot. Rohrau bekommt einen Freistoß in aussichtsreicher Position – kurz vorm Sechzehner-Eck. Der Ball kommt aber postwendend zurück, Edelstal schaltet schneller, spielt einen Doppelpass, überspielt die Kette und findet mit einem Steilpass den Stürmer in der Box. Ergebnis: 2:1 in der 90. Minute.
Fazit: Bitteres Ergebnis, aber endlich wieder das richtige Gesicht
Ja, das Endergebnis ist ein Schlag in die Magengrube. Aber: Die Einstellung hat gepasst. Rohrau-Gerhaus war über weite Strecken kompakt, geschlossen, als Einheit am Platz. Genau dieses Auftreten ist die Basis. An den Unstimmigkeiten wird gearbeitet – und das ist kein „Vielleicht“, das ist ein Versprechen. Und ganz ehrlich: Diesmal hat auch einfach wieder dieses letzte Quäntchen Glück gefehlt.
Ausblick
Schon morgen Nachtragsspiel auswärts gegen den SC Haslau (Mo, 26. Oktober). Keine Zeit zum Sudern: Bereits morgen, Montag, 26. Oktober, geht’s weiter – Nachtragsspiel auswärts gegen den SC Haslau.
- Reserve: 11:00 Uhr
- Kampfmannschaft: 13:00 Uhr
Wichtig: Das ist das letzte Auswärtsspiel in diesem Jahr. Also Kampfgelsen: Seid dabei, alle in Rot, laut sein, zusammenhalten. Die Mannschaft braucht jede Unterstützung.